In dem Bildband „Rodina“ von Irina Ruppert kann man eine Reise machen – die eines herzlichen, aber auch distanzierten Beobachters, der nicht wertet und nicht tendenziös erzählt. Der nur hinschaut, still und träumerisch, wie ein Kind, das etwas scheu staunende: auf die Großmutter, die seltsam auf der Bettkante sitzt und auf eine Kiste starrt, in der erwachsene Menschen reden, auf den Jungen mit dem Fahrrad und der Ziege aus Kinderaugenhöhe. Den Bildern wohnt dieses Beobachtende und \\\"Zu verstehen Versuchende\\\" inne, das auch den Blick eines Aufwachsenden bestimmt, der die Welt der Erwachsenen noch nicht ganz versteht: der Blick in die Kirche aus der Distanz, die Beerdigung, aber auch die sich küssenden Eltern. Es hat so eine Stille das Buch, also im Sinne von Lautlosigkeit, ich sehe dieses Bild, in dem der Mann sich dreht im Feld, und ich höre nichts, es ist wie in einem Stummfilm oder in einem Traum. Justin Winz, Fotograf, 2011

Rodina
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